Brunnen-Projekt in Thailand


Phuket ist eine Insel in der Andamanensee im Süden von Thailand.

Diese Insel  besuchen  wir seit 30 Jahren.Mittlerweile ist sie zu unserem 2.Zuhause geworden.

War vor 30 Jahren die Population der wild lebenden Hunde  extrem hoch,so hat eine Tierschutzorganisation auf Phuket genannt "Soidog" (Straßenhund) durch  konsequentes

Kastrieren, den Bestand deutlich reduzieren können.Soidog fängt ein,kastriert und entläßt die

gesunden, überlebensfähigen Hunde wieder zurück in ihr Revier.Alle anderen werden erfolgreich

in Thailand-überwiegend jedoch ins Ausland vermittelt.Das Konzept geht auf,Soidog hat durch

perfekte Spendenstrategien eine unglaubliche Organisation geschaffen, die mit Kastrationsprojekten

mittlerweile über die Inselgrenze bis hin nach Bangkok mit Kliniken arbeitet.

Das ist die wunderbare Entwicklung...

Straßen-und Strandhunde gibt es trotzdem immer noch im ganzen Land.

Die Behörden in Phuket  sind der Meinung, daß Straßenhunde Touristen belästigen,auch sind einige

Einheimische der Auffassung,diese Tiere gehören "weg"!

Und hier beginnt die traurige Entwicklung....

Das Gouvernment  pachtete eine Fläche im Wald an der Schnellstraße und erschuf dort eine Art

Auffangstation.Ein Anruf eines Anwohners oder der entsetzte Schrei eines Touristen genügt und

der Hundefänger sammelt ein! Diese Tiere kommen in den "Phuket straydog shelter".

Positiv ist,daß die Hunde sofort kastriert,geimpft und auch gegen Parasiten behandelt werden.

Für schlimmere Fälle kommt alle paar Tage der Tierarzt von Soidog und behandelt das Nötigste.

Auch kastriert Soidog die Hunde für diesen Shelter.

Waren es vor einigen Jahren ca. 300 Hunde,so leben dort jetzt knapp 650 Hunde!

Viele ängstlich,verstört oder auch teilweise aggressiv,aber es gibt auch so viele bildschöne,wundervolle,dem Menschen stark zugewandte Hunde! Es kommen täglich mehr Hunde in den Shelter,als tatsächlich einige ein gutes Zuhause finden.

Es gibt einige Volountäre aus unterschiedlichsten Ländern, die im Shelter helfen.Zwinger reinigen,

Wunden säubern, den Hunden ein wenig Liebe geben,einfach Knuddeln,Spazierengehen (soweit leinenführig)

Es gibt eine notdürftige Quarantäneabteilung mit teilweise staupe-und parvoinfizierten Welpen.

Hier werden auch die  Neuzugänge untergebracht.

Es gibt kleine Zwinger in denen die Hunde leben,die im großen Rudel im Freigehege nicht klarkommen.

Es gibt größere Ausläufe in denen Rudel von bis zu über 100 Hunden leben.Da der Platz oft kaum Ausweichmöglichkeiten bietet,kommt es häufig zu Beißereien.Die Angestellten der Behörde ( es sind genau 4) und alle anderen freiwilligen Helfer geben alles,um die Flächen so sauber wie möglich zu halten.Dazu muß ich bemerken,daß es der beste Ort ist, die Kommunikation zwischen Hunden zu beobachten.Hier herrscht ehrliche,klare Hundesprache.Man kann unglaublich viele Erfahrungen machen. 

Die thailändische Bevölkerung besteht zu 80% aus Buddhisten,die niemals ein Tier grundlos töten.

Tötungen,wie in etlichen europäischen Ländern gibt es hier für Hunde nicht! Alles wird-egal wie-am Leben gehalten. In den letzten Jahren,in denen wir den Shelter besuchten,war  die katastrophale Wasserversorgung

immer ein Thema. Der  Gouverneur der letzten Jahre,öffnete ein wenig  seinen Geldtopf für den Shelter.

Wichtig war hier die Rabattenanpflanzung vor dem Sheltereingang und der neue Farbanstrich

um die Ausläufe. Der neue Gouverneur drehte den Geldtopf fester zu.Er kam nur zum Einsatz,wenn nicht genug Futterspenden in den Shelter kamen.

Der vorhandene gebohrte Brunnen war fast versandet und lieferte nur geringe Mengen,

vor allem in der Dürrezeit.Für die Anzahl der Hunde nicht ausreichend.Reinigungsarbeiten konnten

nicht hygienisch ausgeführt werden,auch gab es Probleme mit dem Trinkwasser der Hunde, besonders bei der Hitze. Wir machten uns Gedanken über Wasserbehälter,die Regenwasser in der Monsunzeit auffangen,was natürlich nicht erfolgversprechend werden würde. Dann befassten wir uns mit dem Thema "neuer Brunnen".

Spenden mussten her!

Es wurde eine kleine Pumpenanlage und ein Speicherbecken errichtet.Diese Spende kam von dem Golfclub Blue Canyon, in dem auch meine liebe Freundin Noi Mitglied ist. Leider zwecklos,da kein Wasser zum Pumpen vorhanden war...

Beatrix und ich sprachen noch in Deutschland über das Thema und als ich ihr dann aus Thailand kurze Zeit später eine Info über unser Vorhaben gab,bekam ich innerhalb kurzer Zeit die Bestätigung für die Kostenübernahme des Brunnenbaus über 1500€!!!!!

Da flossen mal ganz schnell Freudentränen.Melissa, eine  Helferin aus den Niederlanden und ich

lagen uns immer wieder in den Armen.Khun Davan, der behördliche Angestellte,der die administrativen Arbeiten erledigte, war total aus dem Häuschen!

Schnell wurde der Kontakt zu einigen Brunnnenbauern gemacht.Es gab einen,der sofort anfangen konnte.Der bekam den Job!

In Thailand ticken die Uhren anders und vieles läuft langsamer,konfuser und unorganisierter als bei uns in Deutschland.Aber so isses nun mal und man muß da Geduld aufbringen :-)

Nach etlichen Verzögerungen begann der Brunnenbau!

Pure Handarbeit mit Hacke und Eimer! Unfassbar! Aber am Ende des Tages eine grandiose Leistung! Täglich verfolgten wir die Fortschritte (und Rückschritte).

Am 25.April verließen wir Phuket.Ein sehr guter Freund überwachte die weiteren Arbeiten.

Am 29.April bekamen wir die Info,daß der Brunnen fertiggestellt wurde und am 1.Mai kam die wunderbare Nachricht aus Phuket,daß nun auch die Pumpen angeschlossen waren und Wasser floß!

Viel Wasser! Genug Wasser für alle Hunde!

Der Brunnnenbau kostete insgesamt über 2000 €.Normalerweise kündigte der Gouverneur an,Geld fließen zu lassen,wenn der Bau 1500€  übersteigen würde. Der Brunnenbauer berechnete uns 1400€.

Den Deckel,den Sand und etliches Zubehör spendete er selber! Vielen Dank dafür!

Tierschutz Stade einen riesigen Dank für diese Hilfe!

Die Zusage ging unbürokratisch und schnell! Wieder ist etlichen Hunden das Leben etwas angenehmer gemacht worden.

Ich habe auch dieses Mal einige wunderbare Hunde kennenlernen dürfen,täglich haben wir gemeinsame Spaziergänge unternommen,stundenlang saß ich im kleinen Zwinger  habe gekrault,geschmust,gespielt...

Ich muß keinem erzählen,wie schwer es fällt, diese tollen Fellnasen,die voraussichtlich dort den Rest ihres  Lebens verbringen müssen,zurück zu lassen. 

Vielleicht schaffen wir es das nächste Mal eine oder gar zwei Fellmäuse hier in Deutschland in ein

schönes Zuhause zu vermitteln.....

Wer Interesse hat,bei einem Urlaubsaufenthalt auf Phuket im Shelter zu helfen,der kann sich gerne an uns wenden.  Mailadresse über Beatrix Elss.     Nic & Pum Yimporn